Wie schreib ich meine Bachelorarbeit? (c) 2003-09-29 Fabian M. Suchanek http://www.mpi-inf.mpg.de/~suchanek/personal -> texts Dieses ist eine grobe Anleitung zum Schreiben einer Bachelorarbeit. Es handelt sich keinesfalls um einen anerkannten Standard, sondern allein um meine Erfahrungen. Durch das Weiterlesen akzeptiert der Leser, dass der Autor keinerlei Verantwortung fuer die Richtigkeit oder Vollstaendigkeit dieser Anleitung uebernimmt. s.a. meine Bachelorarbeit (ba.pdf) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorarbeit ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ * Man ueberlegt sich ein Thema Eigentlich bietet ein Professor ein Thema an und man waehlt es aus. Alternativ kann man sich auch selbst eins ausdenken und dem Professor vorschlagen, es einem anzubieten. In Cognitive Science muss das Thema nicht notwendigerweise einem Fachgebiet klar zugeordnet sein. * Man sucht sich einen Erstbetreuer Eine Bachelorarbeit muss von genau einem Professor oder habilitierten Dozenten erstbetreut werden. * Man sucht sich einen Zweitbetreuer Je nach Einstellung des Dozenten hat der Zweitbetreuer so gut wie gar keinen Einfluss auf die Arbeit. Oft korrigiert er nur nachher mit. Es kann aber auch sein, dass der Zweitbetreuer der wirklich aktive ist, waehrend der Erstbetreuer nachher nur benotet. Der Zweitbetreuer ist Pflicht. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Der Anfang ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ * Man klaert den Inhalt Zusammen mit seinem Erstbetreuer diskutiert man, was ueberhaupt alles in die Arbeit rein soll. * Man stellt eine Gliederung auf Man strukturiert den Inhalt in einer Art Inhaltsverzeichnis und schreibt stichwortartig zu jedem Punkt, was er beinhalten soll. Diese Gliederung sollte man wiederum vom Erstbetreuer absegnen lassen. * Man stellt sein Thema im Bachelorkolloquium vor In Cognitive Science ist dieser Punkt keine Pflicht! Die Idee ist, seine noch unfertigen Plaene fuer die Arbeit den Dozenten und Studenten zu praesentieren, um Anregungen und Kritiken einzusammeln. Falls man sich dafuer entscheidet, ist es guenstig, von vornerherin klar zu stellen, dass es sich noch nicht um ein fertiges Konzept handelt und dass man fuer alle Kritik dankbar ist. * Man klaert mit dem Erstbetreuer die Seitenzahl Standard ist 30 Seiten ohne Anhang. Die Seitenzahl haengt jedoch ganz entscheidend (!) von der Randgroesse, der Schriftgroesse, dem Zeilenabstand und der Schriftart ab. Folgendes als grobe Anhaltspunkte: Rand: Oben und unten mindestens 2.5 cm Rechts und links mindestens 3 cm Schriftart: Ich habe Arial genommen, Times New Roman ist aber sehr beliebt Schriftgroesse: Ich habe 10 genommen, groesser evtl. besser Zeilenabstand: Ich habe einfach genommen, anderthalb ist aber wohl Standard * Man waehlt ein Schreibprogramm Ich selbst habe Microsoft Word 2000 genommen. Allen Unkenrufen zum Trotz hat es nuetzliche Features wie Rechtschreibpruefung, Sprachstilpruefung, Formatpruefung, Autospeichern und Thesaurus. Wahre Helden koennen auch Latex benutzen, was die Druckqualitaet verbessert. * Man klaert das Betreuungsverhaeltnis Je enger die Feedbackschleife zum Erstbetreuer ist, desto naeher kann man die Arbeit nach den Wuenschen des Betreuers gestalten. Fragt man allerdings zuviel, kann das als mangelnde Selbststaendigkeit ausgelegt werden. Daher klaere man mit seinem Betreuer, ob dieser zB. jedes Kapitel vorher lesen moechte oder lieber nur die ganze Arbeit nachher. Ich rate, die Erzeugnisse alle paar Kapitel dem Betreuer vorzulegen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Das Schreiben ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ * Man sucht Buecher Sehr praktisch findet man diese im Online-System der Uni-Bibliothek oder in Referenzen von Online-Artikeln. Zu jedem Buch schreibe man sich heraus * Autor mit vollem Nachnamen und Initialen * Titel * Erscheinungsdatum * Verlag * Ort des Verlages Dies geht am einfachsten, wenn man das Buch ueber das Online-System der Bibliothek sucht und dann das Ergebnis copy/pastet. * Man schreibt den Hauptteil der Bachelorarbeit Wenn man weiss, was man schreiben will und dieses dann auch tatsaechlich den ganzen Tag tut, kommt man im Optimalfall mit 6 Wochen hin. Es ist gut, jedes groessere Kapitel zusammenzufassen und Ueberleitungen zu verwenden. Der Stil der Arbeit ist "wissenschaftlich", d.h. nicht witzig und nicht persoenlich. Vom Wissensstand her wendet sie sich an Studenten desselben Studiengangs. Es empfieht sich, Formatvorlagen statt direkter Formatierung zu verwenden. * Man haelt fleissigen Kontakt zum Erstbetreuer Jeglicher Kritikpunkt sollte sorgfaeltig geprueft und aufgenommen werden. * Man macht staendig Sicherheitskopien Festplatten koennen heutzutage ungefaehr eine Millionen Bachelorarbeiten speichern. Daher geize man nicht und mache nach jedem groesseren Fortschritt eine Kopie, deren Dateiname das aktuelle Datum ist. Ebenso sende man sich die Versionen fleissig per E-mail und speichere sie auf CDs, bei Freunden, auf Disketten oder Uni-Accounts. * Man schreibt eine abschliessende Conclusion Diese sollte die Ergebnisse der Arbeit zusammenfassen. Ein Ausblick kann diejenigen Themenpunkte ansprechen, die man nicht mehr unterkriegen konnte, die aber erwaehnt werden sollten. * Man schreibt eine Einfuehrung Diese sollte sagen, warum das behandelte Gebiet wichtig ist und wie es sich in den Zusammenhang des Faches einordnet. * Man schreibt ein Abstract Das Abstract sollte auf deutsch und englisch hoechstens eine halbe Seite lang sagen, worum es in der Arbeit geht. * Man schreibt ein Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis sollte in ca. 3 Teile strukturiert sein, diese wiederum in Kapitel und dann evtl. in Sections. * Man schreibt eine Eidesstattliche Erklaerung Diese ist auf deutsch und mit dem Text laut Pruefungsordnung: "Hiermit erkläre ich, , die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst zu haben und keine anderen Quellen oder Hilfmittel als die angegebenen verwendet zu haben. , den ___________ " * Man strukturiert die Endversion Folgende Reihenfolge habe ich genommen: * Titelseite mit Namen der Arbeit, des Autors, der Betreuer, dann Datum * Abstract englisch und deutsch * Danksagungen * Inhaltsverzeichnis * Einfuehrung * Hauptteil * Anhang, darin u.a. * Buecherliste * Eidesstattliche Erklaerung Diese gehoert nicht in das Inhaltsverzeichnis ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Formalia ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ * Man meldet die Arbeit an Ab Anmeldung hat man noch 3 Monate Zeit, die Arbeit zu schreiben, kann aber theoretisch auch sofort abgeben. Man sollte die Anmeldung also erst machen, wenn eigentlich schon alles steht. Zur Anmeldung braucht man * ein Formular, das bei Frau Claus im Rollcontainer ausliegt Auf diesem Formular muss der Erstbetreuer den Titel der Arbeit eintragen und unterschreiben. * ein Passfoto * eine tabellarische Liste aller Bildungsinstitute, die man besucht hat * alles andere, was auf diesem Formular gefordert ist * Alle Scheinen, die fuer den Pflichtbereich, den Wahlpflichtbereich und den Wahlbereich erforderlich sind. Diese werden abgestempelt, man kann sie aber wieder mitnehmen. * Kopien von all diesen Scheinen. Diese muessen abgegeben werden. * Man druckt die Arbeit Die Arbeit muss 3-mal als Hardcopy vorliegen. Da Kopieren genauso teuer, aber viel aufwaendiger als Drucken ist, empfehle ich das 3-malige Ausdrucken. In allen 3 Kopien muss die eidgenoessische Erklaerung unterschrieben werden. Alle Kopien sollten ausserdem auf fehlerhaften Druck hin geprueft werden. * Man bindet die Arbeiten Dazu nimmt man eine Klebebindung, Kosten etwa 4 EUR pro Ausgabe. Ich empfehle aufgrund der niedrigen Kosten und des niedrigen Zeitverbrauchs (5min) in Osnabrueck den Copyshop in der Martinistrasse an der ersten Ampel von der Innenstadt aus. * Man gibt die Arbeit ab Alle 3 Kopien muessen bei Frau Claus eingereicht werden.