Zusammenfassung Erste Hilfe (c) 2005-09-20 Fabian M. Suchanek http://www.mpi-inf.mpg.de/~suchanek/personal -> Zusammenfassungen -> Erste Hilfe Dieses ist die Zusammenfassung des Erste-Hilfe-Kurses, den Herr Patrick Baduley im September 2005 am Max-Planck-Institut fuer Informatik in Saarbruecken gegeben hat. Durch das Weiterlesen akzeptiert der Leser, dass der Autor keinerlei Verantwortung fuer die Richtigkeit oder Vollstaendigkeit dieser Zusammenfassung uebernimmt. Wenn jemand einen Fehler gefunden hat, so waere ich fuer eine Mail dankbar. Nur so habe auch ich etwas von der Veroeffentlichung dieser Zusammenfassung. Meine E-Mail-Adresse ist f.m.suchanek@zweb.de, wobei das 'z' aus der Adresse geloescht werden muss. Anders als alle bisherigen Zusammenfassungen laesst diese Zusammenfassung einige Begriffe undefiniert. Die Definition gaengiger Alltagsbegriffe (Kopf, Unfall, Lunge, Strom usw.) wuerde die Zusammenfassung verkomplizieren, ohne dem Verstaendnis zu dienen. Es wurde darauf verzichtet, Koerperteile zu disambiguieren. Es ergibt sich aus dem Kontext, welches Koerperteil dem Helfer und welches dem Opfer gehoert. zB gehoert in "Ohr ueber die Nase halten" das Ohr dem Helfer und die Nase dem Opfer, zumal andere Zugehoerigkeiten sinnfremd waeren. Folgende Abschnitte enthalten Text aus Wikipedia (http://www.wikipedia.de): Infektion, Stabile Seitenlage, Bewusstlosigkeit, Stromunfall, Schock, Verbrennung, Erfrierung, Vergiftung. ======================================================================= Allgemeines ======================================================================= ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Koerperfunktionen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Atemstillstand: Die Beendigung der Lungenfunktion. Stoppt der Atem, so kann der Koerper noch rund 3 Minuten ohne Sauerstoff auskommen. Dann erfolgt ein Herzstillstand. Herzstillstand: Die Beendigung des Pumpens des Herzens. Bereits wenige Minuten nach dem Herzstillstand nimmt das Gehirn Schaden, nach 5 Minuten stirbt der Mensch. Infektion: Das Eindringen von Krankheitserregern. Infektionen koennen beim Kontakt mit fremden Koerperfluessigkeiten (Blut, Speichel) auftreten. Einige Krankheitserreger koennen selbst durch die gesunde Haut eindringen. Einige Krankheitserreger ueberleben selbst in erkaltetem oder eingetrocknetem Blut. Um Infektionen zu vermeiden, sollte man im Kontakt mit Koerperfluessigkeiten einer fremden Person Schutzhandschue tragen. Bewusstlosigkeit: Das Fehlen der Selbstkontroll-Faehigkeit und der Wahrnehmung. Liegt jemand bewusstlos herum, so kann * die Zunge in den Rachen rutschen * Mageninhalt in den Rachen laufen (da der Magenmuskel eventuell nicht schliesst) Beides fuehrt zur Blockade des Atems (und moeglicherweise zum Atemstillstand). Gefaehrdung: Ein Zustand einer Person, welcher das Leben oder das koerperliche Wohl der Person bedroht. Erkennungsmerkmal einer Gefaehrdung: Ein Zustand einer Person oder ein Verhalten, welches auf die Gefaehrdung hindeuten kann. Erkennungsmerkmale dienen in dieser Zusammenfassung lediglich als Indizien: Weder muessen alle Erkennungsmerkmale auftreten, noch muss ueberhaupt ein Erkennungsmerkmal auftreten noch muessen die Erkennungsmerkmale notwendigerweise auf die Gefaehrung hinweisen. Es wurde darauf verzichtet, Erkennungsmerkmale bei offensichtlichen Gefaehrdungen anzugeben (zB bei einer aeusseren Verletzung). ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Allgemeines Vorgehen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Allgemeines Vorgehen bei einer gefaehrdeten Person: 1. Bewusstsein pruefen Falls Bewusstsein da: Wenn noetig Stabilisieren, Betreuen, fertig sofort Notruf 2. Atem pruefen Falls Atem da: Wenn noetig Stabilisieren, Betreuen, fertig Eventuelle Fremdkoerper aus Mund entfernen Kopf ueberstrecken Falls Atem da: Wenn noetig Stabilisieren, Betreuen, fertig Beatmen Falls Atem da: Wenn noetig Stabilisieren, Betreuen, fertig 3. Herz-Lungen-Wiederbelebung Es sollte moeglichst derselbe Helfer durchgaengig bei der Person bleiben. Er kann Aufgaben an Schaulustige vergeben. Man sollte niemals selbst Medikamente verabreichen (ausser auf expliziten Wunsch der Person), da die Wirkung von Medikamenten bei unbekannten Personen schwer abzuschaetzen ist und die Verabreichung versicherungstechnisch und gesetzlich nicht zulaessig ist. Betreuen: Das Sich-Kuemmern um eine Person. Dies schliesst ein * die Beruhigung der Person * die Kontrolle des Bewusstseins * die Kontrolle von Anzeichen eines Schocks * die Zerstreuung von Schaulustigen Die Betreuung sollte erfolgen bis es der Person wieder uneingeschraenkt gut geht oder bis der Rettungsdienst kommt. Die Betreuung ist wichtig, da auch weit nach einer akuten Gefaehrung ein Schock eintreten kann. Bewusstsein pruefen: Das Ansprechen und Anfassen der Person und das Beachten ihrer Reaktion. Dabei * laut angesprechen * sich mit Namen vorstellen, um Gutwilligkeit zu signalisieren * um Reaktion bitten Beispiel: "Hallo! Mein Name ist . Ich moechte Ihnen helfen. Wenn Sie mich hoeren koennen, druecken Sie bitte meine Hand" Im vereinfachten Verfahren wird ein Mangel an Reaktion stets als Bewusstlosigkeit gedeutet. Bei einer bewusstlosen Person sollte sofort ein Notruf erfolgen. Notruf: Das Bestellen eines Rettungswagens. Idealerweise fordert man jemand anderen auf, die Notfallstelle anzurufen. Notfallnummern sind: * 112 fuer die Feuerwehr oder Rettungswagen * 110 fuer die Polizei * 19222 fuer die Saarlaendische Rettungsstelle (wer Wert darauf legt, von Saarlaendern gerettet zu werden) * 112 von jedem Handy in jedem Land in Europa Man wird zur naechstgelegenen Rettungszentrale verbunden. Es ist egal ob das Handy tastengesperrt ist oder ueber kein Guthaben mehr verfuegt. (Ein Notruf ist stets nur einmal pro Vorfall zu taetigen, auch wenn die wortgetreue Ausfuehrung der Verfahren hier in dieser Zusammenfassung zu einem zweimaligen Notruf fuehren wuerde) Atem Pruefen: Das Suchen nach Anzeichen fuer Atem wie folgt: * das Ohr ueber die Nase der Person halten und auf Atemgeraeusche achten * dabei mit der Wange den eventuellen Luftstrom fuehlen * auf den Oberkoerper der Person schauen und auf Atembewegung achten Fremdkoeper aus dem Mund entfernen: Das folgende Verfahren: * den Mund der Person oeffnen * falls keine Fremdkoerper erkennbar sind, fertig * Kopf der Person von sich wegdrehen * den Daumen durch die Wange zwischen die Backenzaehne der Person druecken, um ein Zubeissen zu verhindern * mit der anderen Hand den Mund ausraeumen Wenn moeglich Schutzhandschuhe anziehen, um Infektion zu vermeiden. Kopf Ueberstrecken: Das starke In-den-Nacken-Legen des Kopfes. Dadurch wird mit sehr hoher Sicherheit ausgeschlossen, dass die Zunge die Atemwege blockiert. Liegt die Person auf dem Ruecken, so sollten ihre Schultern auch beim Ueberstrecken auf dem Boden bleiben (sonst Gefahr der Verletzung der Halswirbelsaeule). Beatmen: Das Pumpen von Luft vom eigenen Mund in die Nase oder den Mund der Person. Es wird empfohlen, in die Nase zu beatmen. Dazu den Kopf der Person in den Nacken legen und den Mund der Person zudruecken (eine Hand auf den Kopf, eine unters Kinn). Dann Luft in die Nase pusten. Wahrend die Person ausatmet, den eigenen Kopf zur Seite drehen und Luft holen. Dabei auf ein Heben und Senken des Brustkorbs der Person achten. Bleibt der Brustkorb unbewegt, so ist die Luft eventuell in den Magen gepumpt worden statt in die Lunge (Erbrechungsgefahr). Die Beatmung sollte nur 2-mal durchgefuehrt werden (2-mal pusten). Stabilisieren: Eine der folgenden Handlungen: * die Person in die stabile Seitenlage bringen * die Person in die Gold-Silber-Folie einwickeln um ein Auskuehlen zu verhindern * die Person in einer Decke transportieren und anschliessend stabilisieren Stabile Seitenlage: Die Position, in die eine Person nach dem ordnungsgemaessen Ausfuehren des folgenden Vorgangs zu liegen kommt: * Falls die Person auf dem Ruecken liegt: * seitlich neben die Person knien * die auf der Seite des Helfers liegende Hand mit der Handflaeche nach oben (einfache Merkregel: die Hand zur Geldbörse) unter das Gesaess der Person schieben. Die nachfolgende Drehung ist umso leichter, je weiter man die Hand unter das Gesaess schieben kann. Man kann das Gesaess dazu z.B. am Hosenbund anheben. * das dem Helfer naeher liegende Bein der Person anwinkeln und den Fuss unter dem Knie des anderen Beines fixiert, damit es nicht wieder umfaellt. * die dem Helfer ferne Hand an den Hals auf die nahe Seite legen. * die Person an Schulter und Huefte packen und zu sich drehen * Kopf ueberstrecken und den Mund der Person oeffnen * die nahe Hand mit der Handflaeche nach unten an den Mund legen, um Mund und Boden zu trennen * den fernen Arm in der Ellenbogenbeuge fassen und von der Person wegziehen, sodass der Arm mit dem Handruecken an der Huefte ueber den Ellenbogen und die Schulter ein Dreieck bildet. * Falls die Person auf dem Bauch liegt: * auf der Seite knien, nach der das Gesicht der Person schaut * Kopf ueberstrecken * die nahe Hand mit der Handflaeche nach unten etwa in Schulterhoehe der Person vor den Kopf legen * unter dem nahen Bein in die Kniebeuge des fernen Beines greifen und dieses unter dem nahen Bein hervorziehen * den fernen Arm in der Ellenbogenbeuge fassen und von der Person wegziehen, sodass der Arm mit dem Handruecken an der Huefte ueber den Ellenbogen und die Schulter ein Dreieck bildet. * Kopf ueberstrecken und den Mund der Person oeffnen In Gold-Silber-Folie Einwickeln: Das folgende Verfahren: * Gold-Silber-Folie aus dem Notfallkasten nehmen (befindet sich in einem Etui) * Folie auffalten, dabei gut festhalten, weil sie bei Wind leicht wegfliegt * Folie an einem Zipfel nehmen und zur Silberseite hin ein wenig aufrollen * Person auf die Seite drehen, Folien auf die ferne Seite legen, aufgerollte Seite zur Person, Silberseite nach oben * die Person auf die Folie waelzen, auf die ferne Seite drehen * die Person eintueten, das Gesicht freilassen, einen Arm herausnehmen und auf den Koerper legen * aus den Kopf-nahen Zipfeln der Folie ein Kopfkissen machen In einer Decke transportieren: Das folgende Verfahren: * eine (Filz-)Decke nehmen * die Decke von einer Seite etwas aufrollen * Person auf die Seite drehen, Decke auf die ferne Seite legen, aufgerollte Seite zur Person * die Person auf die Decke waelzen, auf die ferne Seite drehen * Decke unter der Person ausbreiten * lange Seiten der Decke aufrollen * 5 Leute organisieren * Je 3 auf eine Seite stellen (inkl. man selbst), die Rollen fassen und die Person transportieren Herz-Lungen-Wiederbelebung, HLW: Das Wiederholen von * Beatmen (2-mal Pusten) * Herzmassage (15-mal druecken) Pro Minute sollten etwa 4 Zyklen durchlaufen werden, da der gesunde Herzschlag in Ruhe bei 60 bis 80 Schlaegen pro Minute liegt. Man kann auch zu zweit wiederbeleben, indem einer beatmet und der andere massiert und man wechselt. Durch das Beatmen wird Sauerstoff in die Lungen gebracht, der durch das Pumpen im Koerper verteilt wird. Im Optimalfall (selten) wacht die Person wieder auf. Ansonsten muss man beleben, bis der Rettungsdienst kommt. Herzmassage: Das folgende Vorgehen: * Oberkoerper der Person freimachen Bei duennem T-Shirt ohne was drunter nicht unbedingt noetig. * Person auf den Ruecken legen * mit den Knien ganz nah an die Flanke der Person heranruecken, dazu den nahen Arm weglegen * Druckpunkt finden: * mit den Fingern beider Haende den Uebergang Bauch/Rippen suchen * den Zeigefinger der kopfnahen Hand auf das Brustbein legen * Mittelfinger und Ringfinger koerperaufwaerts daneben legen * den Daumenballen der kopffernen Hand auf die Brust legen, Daumen zeigt zum Kopf (direkt oberhalb des Ringfingers aufsetzen) * andere Hand auf die kopfferne Hand legen, eigenes Armgelenk umfassen * 15-mal mit durchgestreckten Armen den Brustkorb ca. 5 cm tief eindruecken Auch von Narben, Herzschrittmachern oder Schmuck sollte man sich nicht abschrecken lassen, immerhin gibt es fuer einen Laien keine Alternative zu einer Herzmassage um einer Person mit Herzstillstand das Leben zu retten. ======================================================================= Akut Lebensbedrohliche Gefaehrdungen ======================================================================= ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Autounfall ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Autounfall: 1. Aehnlich vorgehen wie allgemein bei einer gefaehrdeten Person, Motorradfahrern bei Bewusstlosigkeit den Helm abnehmen, 2. Falls noetig, Notruf absetzen (s. Notruf auf Strassen) 3. Unfallstelle sichern Sichern der Unfallstelle: Das Hinweisen auf die Unfallstelle, um andere Autofahrer zu warnen. Idealerweise verwendet man dazu Warndreiecke, man kann aber auch das eigene Auto mit eingeschalteter Warnblinkanlage (und evtl. geoeffneten Tueren) vor die Unfallstelle stellen. Notruf auf Strassen: Ein Notruf auf der Strasse. Hat man kein Telefon zur Hand, so kann man dazu auf Bundesstrassen und Autobahnen die Notrufsaeulen verwenden. Die Begrenzungspfosten der Strasse tragen Pfeile, die in Richtung der naechsten Saeule zeigen. Warntafel fuer Gefahrengut: Ein DIN-A4-grosses orangenes Schild, welches auf LKWs auf den Transport gefaehrlicher Stoffe hinweist. Die obere Zahl identifiziert den Gefahrentyp, die untere Zahl die Stoffkombination. Helmabnahme: Das folgende Verfahren: * Atem der Person prufen (Hand durchs Visier stecken und Nase fuehlen) * Am Kopf ziehen, damit Brueche in der Wirbelsaeule entschaerft werden * einen zweiten Helfer organisieren * der eine Helfer haelt den Kopf vom Koerper aus, schiebt den Kopf dabei vom Koerper weg. Der Kopf darf nicht in den Nacken fallen und muss die ganze Zeit gehalten werden. * der andere Helfer loest, hinter der Person kniend, den Helm ueber den Kopf ab. Dabei durch das Visier auf das Kinn der Person schauen, um eine Verletzung von Nase und Mund zu verhindern. Bei dem gesamten Vorgang stets den Kopf halten und ziehen, auf vorsichtigen Umgang mit der Wirbelsaeule achten. Auch im weiteren Verlauf stets den Kopf der Person in der Luft halten und vom Koerper weg ziehen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verletzung / Verwundung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Verletzung: Aehnlich vorgehen wie allgemein bei einer gefaehrdeten Person, allerdings * verstaerkt auf Infektionsgefahr achten * beachten, dass der Schmerz bei Kindern zur Bewusstlosigkeit fuehren kann * die Wunde mit Wasser waschen Fremdkoerper in der Wunde nicht entfernen. Das koennte das Gewebe verletzen und das Blut herausschiessen lassen. * Person auf den Boden legen, verletztes Koerperteil hoch lagern * eventuell Verband anlegen Eventuelle Fremdkoerper in der Wunde damit fixieren. Verband anlegen: Das Schuetzen einer Wunde wie folgt: * falls die Wunde am Arm ist: * den Oberarm mit der Hand umfassen, Daumen auf der dem Ruecken zugewandten Seite * mit den anderen Fingern die Muskeln auseinander druecken und den Puls suchen * diese Stelle zudruecken * eventuell Blutung beruhigen Geschieht durch mehrminuetiges Druecken mit den Fingern am Wundrand auf die Wunde zu * Wundauflage auf die Wunde legen * Wundauflage mit Wundband festbinden, dabei den anderen Zipfel des Bandes hervorschauen lassen * das Wundband kreativ um naheliegende Koerperteile wickeln, um die Wundauflage zu fixieren * ueber die Wunde ein weiches Objekt (zB noch aufgerolltes Wundband) einbinden, das Wundband kraeftig festziehen * freien Zipfel des Wundbandes mit dem hervorschauenden Zipfel verknoten Verbindet man eine Hand, so sollte man wenn moeglich die Handflaeche freilassen, damit die Person die Hand noch benutzen kann. Hat man vergessen, den einen Zipfel des Wundbandes hervorschauen zu lassen, so kann man sich wie folgt behelfen: * in den freien Zipfel ein Loch reissen * das Loch zum Zifel hin auftrennen, sodass zwei Zipfel entstehen * die beiden Zipfel miteinander verknoten, um weiteres Einreissen zu verhindern * die Zipfel auf getrennten Seiten um das Koerperteil herumfuehren und verknoten Der Verband sollte nie so fest sein, dass das Koerperteil nicht mehr durchblutet wird. Um das festzustellen, auf die Haut druecken. Wenn das Blut nicht mehr sichtbar an die Stelle zuruecklaeuft, ist der Verband zu fest. Wundauflage: ein weisses Taschentuch-aehnliches Tuch. Wundband: ein weisses Klorollen-aehnliches Tuch, halb so breit, ohne Rolle. Verbandband: Ein Wundband, in dem die Wundauflage schon integriert ist. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verletzung an Nase und Mund ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Verletzung an Nase und Mund: Aehnlich vorgehen wie bei Verletzung, dabei * darauf achten, dass kein Blut in die Verdauung geraet, da Blut unverdaulich ist (kann zum Erbrechen fuehren) * das Blut nach vorne ablaufen lassen (also den Kopf nach vorne neigen) * Nacken und Hals kuehlen (dadurch verengen sich die Blutgefaesse, was die Blutung reduziert) * bei groesseren Verletzungen eventuell die Blutmenge mit einem Gefaess messen um den Blutverlust einzuschaetzen * bei Nasenbluten hilft es oft, den oberen Teil der Nase zu druecken ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verletzung am Kopf ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Verletzung am Kopf: Aehnlich vorgehen wie bei Verletzung, allerdings Person auf den Boden legen und den Oberkoerper moeglichst aufrichten. Dadurch soll verhindert werden, dass zuviel Blut ins Gehirn auslaeuft. Eventuell einen Kopf-Verband anlegen. Kopf-Verband anlegen: Aehnlich wie das normale Verband anlegen, jedoch: Das Wundband mehrmals um den Kopf an der Stelle der Wunde wickeln, dann mehrmals um Kinn und hinteren Oberkopf. Dadurch wird das Band fixiert, ohne Hals, Mund oder Augen der Person zu beeintraechtigen. Bei offenen Kopfwunden mit Schaden des Kopfknochens keinen Verband anlegen (Gefahr der Verschmutzung des Gehirns). ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verletzung am Auge ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Verletzung am Auge: * bei schlimmen Verletzungen beide Augen abdecken, jegliche Augenbewegung Bewegung vermeiden * bei einfachen Verletzungen Auge mit Wasser von der Nase weg spuelen, mit den Augen rollen. Eventuelle Fremdkoeper versuchen zur nase zu schieben. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Knochenbruch ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Knochenbruch: Die Fraktur eines Knochens. Es bestehen folgende Gefahren: * dauerhafte Schaedigung des Koerperteils * Verletzung innerer Organe * Schock * Blutverlust * Infektion * Fettembolie Erkennungsmerkmale: * seltsame Position des Koerperteils * Stufenbildung * Herausstehen des Knochens * starker Schmerz Vorgehen bei Knochenbruch: * bei einer offenen Wunde zunaechst vorgehen wie bei einer Verletzung * das Koerperteil stabilisieren Bei Wirbelsaeulenverletzung auch den Kopf stabilisieren Bei Rippenbruch die Person auf der verletzten Seite liegen lassen (!), damit auf der unverletzten Seite die Lunge arbeiten kann * Notruf veranlassen Fettembolie: Das Eindringen des im Knochen gelagerten Fettes in die Blutbahn. Es besteht die Gefahr der Verstopfung der Blutbahn bis hin zum Schlaganfall. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Amputation ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Amputation: Das (nicht sachgemaesse) Losloesen eines angewachsenen Koerperteils. Amputat: Ein durch Amputation vom Koerperrumpf losgeloestes Koerperteil. Vorgehen bei Amputation: Aehnlich vorgehen wie bei Verletzung, die Wunde jedoch massiv zupressen, um ein Auslaufen von Blut zu vermeiden. Amputat suchen und aufbewahren. Amputat aufbewahren: Das folgende Verfahren: * Amputat in sauberes (moeglichst steriles) Tuch einwickeln * Paeckchen in einen Plastikbeutel legen (oder in einen Plastikhandschuh) * einen anderen Beutel mit Eiswasser fuellen * den Amputatbeuten in den Eiswasserbeutel haengen, dabei darauf achten, dass der innere Beutel kein Wasser eindringen laesst Amputat keinesfalls saeubern und auch nicht in direkten Kontakt zu Eis bringen (also auch nicht in ein Gefrierfach legen). ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Atemwegsblockade ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Atemwegsblockade: Die Behinderung des Atemwegs durch einen Fremdkoerper. Atemwegsblockaden entstehen durch Verschlucken oder "in den falschen Hals kriegen" von Fremdkoerpern. Vorgehen bei Atemwegsblockade: * Gesicht und Oberkoerper der Person nach unten richten * mit der hohlen Hand kraeftig zwischen die Schulterblaetter schlagen * Falls erfolglos: * beide Haende auf den Oberbauch der Person legen (direkt unterhalb der Rippen) * Mit Kraft mehrmals nach innen oben druecken, sodass die Luft aus den Lungen gepresst wird und den Fremdkoerper herausdrueckt * danach in jedem Fall die Person ins Krankenhaus einliefern, da das Verfahren innere Verletzungen hervorrufen kann. Innere Verletzung: Eine Verletzung der inneren Organe (Lunge, Darm usw.). Eine innere Verletzung kann nach innen bluten, ohne dass die Person dies bemerkt. Durch den Blutverlust kann die Person sterben. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Stromunfall ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Stromunfall: Der Kontakt einer Person mit elektrischem Strom. Geringe Stromstaerken fuehren zu unangenehmem Kribbeln, Stromstaerken ab 10mA laehmen die Muskulatur (sodass die Person sich nicht mehr selbst befreien kann), hoehere Stromstaerken koennen die Atemmuskulatur laehmen (Atemstillstand) und die Herzfunktion beeintraechtigen und ab 50mA tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Herzstillstand ein. Die Steckdosen geben mit 230 Volt bei einem Koerperwiderstand von rund 1000 Ohm eine toedliche Stromstaerke von 230 mA ab. Ebenfalls ist die Dauer des Kontakes mit dem Strom fuer die Groesse des Schadens massgeblich. Es gibt grob 2 Faelle von Stromunfaellen: * der Koerper steht beim Kontakt mit dem Strom anderweitig weitgehend elektrisch isoliert. So kann der Strom den Koerper nicht durchlaufen. Die Person zittert, ist gelaehmt und kann sich nicht befreien. Bei laengerer Dauer besteht die Gefahr des Herzstillstandes * der Koerper ist geerdet oder mit anderen Leitern in Kontakt. Dann durchlaeuft der Strom den Koerper ungehindert. Die Person erleidet einen Herzstillstand. Stromunfaelle koennen ebenfalls durch Blitzeinschlag oder beschaedigte Hochspannungskabel auftreten. In einem Radius von 20m um einen Blitzeinschlag oder ein herabgefallenes Hochspannungskabel und in einem Radius von 5m um ein in der Luft haengendes Hochspannungskabel kann es zu Stromunfaellen kommen. Strommarke: Eine Verbrennung der Haut, die durch den Fluss von elektrischem Strom durch die Kontaktstellen verursacht wurde. Vorgehen bei Stromunfall: * falls moeglich Strom abschalten (Notschalter betaetigen, Stecker ziehen, Sicherung rausmachen) Einige elektrische Geraete koennen jedoch auch nach dem Abschalten noch ueber genuegend Spannung verfuegen, um toedliche Stromunfaelle verursachen zu koennen. * Person mit isolierenden Gegenstaenden von dem Leiter entfernen Im besten Fall geht das mit einem Besen, sonst kann man die Person auch bei entsprechendem Schuhwerk wegtreten. * in jedem Fall Notruf taetigen Ein Stromunfall kann auch bei Wohlergehen bis zu 48h danach unvorhergesehen zu einem Herzstillstand fuehren, deshalb sollte man stets einen Rettungsdienstler kommen lassen. * wie bei allgemein gefaehrdeter Person vorgehen ======================================================================= Andere Gefaehrdungen ======================================================================= ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Schock ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Schock: Die Minderversorgung lebenswichtiger Körpergewebe mit Sauerstoff. Ein Schock kann eintreten bei Blutverlust, Hitze oder Verletzungen. Es besteht die Gefahr von Organschaeden. Erkennungsmerkmale: * kalter Schweiss * blasse oder blaeuliche Hautfarbe * Bewusstseinsstoerungen bis hin zur Bewusstlosigkeit * Teilnahmslosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit * schneller Puls, zB beim Erwachsenen über 100 Schlaege pro Minute * gleichzeitig schwacher Puls und kaum tastbar Vorgehen bei Schock: * Die Ursachen fuer den Schock beseitigen (Blutstillung, Ruhigstellen von Knochenbruechen, Kuehlen oder Spuelen bei Verbrennungen, Verbruehungen, Veraetzungen, etc.) * Notruf veranlassen * die Person beruhigen * Schocklagerung vornehmen falls angebracht * Waermeerhalt * staendige Kontrolle der Vitalfunktionen (Bewußtsein, Atmung, Kreislauf), Vorgehen wie bei allgemein gefaehrdeter Person Schocklagerung: Das Lagern einer Person auf dem Ruecken auf dem Boden, die Beine ca. 30 cm hoch gelegt. Die Schocklagerung ist nicht angebracht bei * Bewusstlosigkeit (dann stabile Seitenlage) * Verletzungen am Oberkoerper, Kopf oder Becken (Blut wuerde vermehrt auslaufen) * Brueche an den Beinen * Atemnot * Unterkuehlung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Unterkuehlung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Unterkuehlung: * der Person nasse Kleider ausziehen * der Person eine Decke oder Jacke geben * eventuell etwas warmes (nicht heisses) zu trinken geben Nicht die Person reiben oder zu sehr ueberhitzen, da dann das kalte Blut aus den Gliedmassen zum Herz laeuft und dort einen Herzstillstand verursachen kann (ab 27 Grad Celsius). ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Erfrierung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Erfrierung: Die Schaedigung des Koerpergewebes durch Kaelteeinwirkung. Erfrierungen koennen bereits ab 10 Grad Celsius (ueber Null) in Kombination mit Wind oder Feuchtigkeit auftreten. Erkennungsmerkmale: * schmerzhaftes Kaeltegefuehl * Verfaerbung der Koerperpartie ins Weisse, Graue, Blaue oder Rote Vorgehen bei Erfrierung: * aehnlich wie bei Unterkuehlung vorgehen * Erfrorene Koerperteile vorsichtig waermen Geht zB in einer Schuessel mit kaltem Leitungswasser. Dieses ist zwar kalt, aber immer noch waermer als die erfrorenen Koerperstellen. * Erfrorene Koerperteile bewegen * Erneute Kaelteeinwirkung vermeiden * Heisse, gezuckerte Getraenke zu trinken geben (bei schweren Erfrierungen keinen Alkohol) * eventuell Notruf veranlassen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Sonnenstich ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Sonnenstich: Das Anschwellen der Hirnhaut durch zu lang andauernde Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Dieses Anschwellen erzeugt einen Druck auf das Gehirn, welcher sich aeussert in * Uebelkeit * Kopfschmerzen * Kopfroetung * Fahlheit des Koerpers * Nackensteifheit Vorgehen bei Sonnenstich: * die Person in den Schatten bringen * die Person kuehlen * eventuell etwas zu Trinken geben ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verbrennung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verbrennung: Die Schaedigung des Koerpergewebes durch Hitzeeinwirkung. Es besteht die Gefahr des Schocks, der entzuendlichen Allgemeinreaktionen des Koerpers und damit im schlimmsten Fall der Schaedigung anfaenglich unbeteiligter Organe. Erkennungsmerkmale: * Haut wird rot * Schwellung * Gefuehl des Brennens Vorgehen bei Verbrennung: * falls noetig Feuer an der Person loeschen * Verbrennung kuehlen * bei Verbrennungen groesser als 9 Handflaechen der Person muss ein Notruf erfolgen. Bei Verbrennungen groesser als 1 Handflaeche sollte man einen Arzt konsultieren. * nach dem Kuehlen sollte die verbrannte Stelle mit einer fusselfreien Verbandsauflage abgedeckt werden. * Person weiterhin betreuen, da die Gefahr eines Schocks besteht Kuehlen einer Verbrennung: Das Giessen von Leitungswasser ueber die verbrannten Hautstellen. Die Kuehlung sollte ueber eine sehr lange Zeit erfolgen (zB mit kurzen Pausen). Bei einer Verbrennung am Koerperrumpf sollte die Kuehlung mit lauwarmem Leitungswasser erfolgen (ca 25 bis 30 Grad Celsius), um eine Unterkuehlung zu vermeiden. Man kann auch mit feuchten (fusselfreien) Tuechern kuehlen. Keinesfalls darf mit Eis oder Eisspray gekuehlt werden, da die Gefahr von Erfrierungen besteht. Feuer an einer Person loeschen: Das Ersticken eines Brandes an einer Person. Dies kann am effektivsten erfolgen, indem man die Person auf den Boden schmeisst und hin und her rollt. Keinesfalls darf ein Feuerloescher verwendet werden (Gefahr der Erfrierung, der Verletzung durch Druck des Gases oder der Fluessigkeit, der Verklebung oder der Vergiftung). Ebenfalls darf man die Person keinesfalls ins Wasser schmeissen (Gefahr des Todes durch Kaelteschock). ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Verbrennung im Mund ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Verbrennung im Mund: * die Person Eiswuerfel lutschen lassen * Kuehlung von aussen vornehmen * bei Gefahr einer Atemwegsblockade Notruf ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Schwellung der Zunge ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vorgehen bei Schwellung der Zunge: * Halsbereich der Person kuehlen * Person beruhigen * Notruf veranslassen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Krampfanfall ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Krampfanfall: Ein Verkrampfen des Koerpers und anschliessendes wildes Zucken. Eine Tendenz zu Krampfanfaellen kann durch Epilepsie, Drogen oder Kontakt zu elektrischem Strom entstehen. Vorgehen bei Krampfanfall: * aufpassen, dass die Person den Helfer nicht schlaegt (man hat sehr viel Kraft im Krampf) * Gegenstaende aus der Reichweite der Person nehmen, eventuell Person woanders hin befoerdern * Person zappeln lassen * Notruf veranlassen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Asthma ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Asthma-Anfall: Die Verengung der Luftroehre durch Verkrampfung und Schleimbildung. Die Person kann normal einatmen, jedoch kaum ausatmen. Dadurch kann sie nicht oft genug atmen und wird mit Sauerstoff unterversorgt. Ein Asthmatiker verfuegt meist ueber ein Asthma-Roehrchen. Asthma-Roehrchen: Ein Roehrchen, welches ein Medikament zur Abschwaechung eines Asthma-Anfalls enthaelt. Das Medikamt muss eingeatmet werden. Dazu haelt man das Roehrchen an die Nase und drueckt man beim Einatmen einen Knopf. Vorgehen bei Asthma-Anfall: * Person beruhigen * Fragen, ob ein Arzt geholt werden soll Falls ja, Arzt holen * beengende Kleidung oeffnen * Lippenbremse vorschlagen Lippenbremse: Das folgende Vorgehen: * die Person drueckt die Lippen Kuss-aehnlich zusammen und presst den Zeigefinger vor die Lippen (wie beim Andeuten des Wunsches nach Ruhe) * die Person atmet mit Kraft durch die verbleibenden Ritzen zwischen den Lippen aus Durch die Lippenbremse kann sich die Verengung der Luftroehre beim Asthma-Anfall lindern. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Herzinfarkt/Angina Pectoris ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Herzinfarkt: Die Verstopfung einer Ader beim Herzen (zB durch eine Kalk- oder Fettablagerung). Da dadurch das Herz nicht mehr richtig pumpen kann oder der Hermuskel nicht mehr mit Blut versorgt wird. Erkennungsmerkmale: * stechender Schmerz in der Brust * Person fasst sich ans Herz * Bleichheit im Gesicht * kalter Schweiss auf der Stirn * Unruhe Angina Pectoris, Brustenge: Eine Durchblutungsstoerung des Herzens. Erkennungsmerkmale (wie beim Herzinfarkt): * stechender Schmerz in der Brust * Person fasst sich ans Herz * Bleichheit im Gesicht * kalter Schweiss auf der Stirn * Unruhe Vorgehen bei Angina Pectoris, Vorgehen bei Herzinfarkt: * Notruf (und den jeweiligen Rettungsdienstler entscheiden lassen, ob ein Rettungswagen geschickt werden soll) * beengende Kleidung oeffnen * fuer frische Luft sorgen (aus psychologischen Gruenden) * Person auf den Boden legen, den Oberkoerper aufrecht oder erhoeht lagern (zB sich hinter die Person knien) * Person beruhigen In der Position auf dem Boden muss das Herz das Blut nicht so stark pumpen. Der erhoehte Oberkoerper soll das Atmen erleichtern. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Schlaganfall ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Schlaganfall: Die Unterversorgung einer Gehirstelle mit Blut. Diese kann durch einen Verschluss einer Ader, eine Luftblase im Blut oder das Platzen eines Gefaesses verursacht werden. Erkennungsmerkmale: * Speichel tropft aus dem Mund * eine Gesichtsseite haengt * die Person guckt in eine obere Ecke * Neigung zum Erbrechen * Sprachstoerung Vorgehen bei Schlaganfall: * Notruf (und den jeweiligen Rettungsdienstler entscheiden lassen, ob ein Rettungswagen geschickt werden soll) * Person auf den Boden legen, den Oberkoerper aufrecht oder erhoeht lagern * Person beruhigen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vergiftung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Vergiftung: Ein krankhafter Zustand des Koerpers durch Aufnahme ungeeigneter Stoffe. Vergiftungen koennen durch unterschiedliche Stoffe ausgeloest werden: * Zigarettenstummel (Kinder koennen zB Zigarettenstummel essen) * Alkohol * Arzneimittel * schlecht gewordene Lebensmittel * giftige Gase und Daempfe * giftige Pflanzen Erkennungsmerkmale: * Ploetzlich auftretende Bauchschmerzen, Uebelkeit, Erbrechen, Durchfall * Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Bewusstseinstruebung * Erregungszustaende, Schock * Bewusstlosigkeit * bei Kontaktgiften (z.B. Schaedlingsbekaempfungsmittel): Kraempfe, Laehmungen, vermehrter Speichelfluss (blau und schaumig) * insbesondere: Indizien, dass ein giftiger Stoff aufgenommen wurde (Rauch, Verpackungen, Reste u.ae.) Besondere Aufmerksamkeit ist bei Kindern erforderlich, da Kinder oft Dinge in den Mund stecken und auch nicht genau ueber den Stoff und eventuelle Schmerzen Auskunft geben koennen. Vorgehen bei Vergiftung: * bei Bewusstlosigkeit, Verletzung, Verbrennung usw. entsprechend wie anderswo beschrieben vorgehen * Art des Gifts und Umstaende der Aufnahme herausfinden * Das Gift-Informationszentrum anrufen unter der Nummer 030 19 240 * Tun was das Gift-Informationszentrum sagt Keinesfalls sollte die Person ohne Kenntnis des Stoffes zum Trinken oder zum Erbrechen gebracht werden, weil dies zu Blasenbildung, Schaedigung der Atemwege, Atemwegsblockade u.ae. fuehren kann.